Die Krankenhaus-Fachabteilung der Inselklinik Heringsdorf / Haus Kulm 
VORGESTELLT VON EINER EHEMALIGEN PATIENTIN FÜR PATIENTEN

Arztgespräch

Das Gespräch mit der Ärztin der Krankenhausabteilung findet entweder noch am Anreisetag oder aber am kommenden Vormittag statt.

Zu diesem Gespräch müssen Sie auch das Hygienelaken mitbringen, das Sie in Ihrem Zimmer vorfinden, da die Ärztin auch gleich die körperliche Untersuchung vornimmt. 

Tja, was soll ich Ihnen zu diesem Gespräch sagen? 
Ihr Aufnahmegespräch wird mit Sicherheit ganz anders ablaufen als mein erstes Gespräch mit der Ärztin. (Sie kommen mit Ihrer ganz eigenen Befindlichkeit und Ihren ganz eigenen Problemen in die Klinik!) 
Und ich muss gestehen, dass ich an mein erstes Gespräch kaum Erinnerungen habe. Hängen geblieben ist eigentlich nur, dass ich unablässig geheult habe. Ich war einfach total fertig und furchtbar verzweifelt, weil ich in diesem Zustand schon seit Monaten war und er nie zu enden schien. Ich verstand mich nicht mehr, und ich verstand die Welt nicht mehr. So kannte ich mich nicht und das Ganze sollte einfach nur weg! Und ich hatte eine ganz große verzweifelte Hoffnung: Die Ärztin sollte mich "reparieren", denn ich wollte wieder funktionieren - alles sollte so sein wie "früher". Mit dieser Hoffnung war ich natürlich auf einem Holzweg...

Inzwischen hatte ich noch sieben weitere Aufnahmegespräche, denn ich war insgesamt bisher acht Mal in dieser Klinik. Selbst wenn ich Ihnen jetzt schildere, wie diese Gespräche bei mir abliefen, werden Sie sicher die Erfahrung machen, dass Ihr Gespräch ganz anders ist. 

Lassen Sie sich einfach auf das Gespräch ein, die Ärztin ist sehr einfühlsam und Profi. Sie und ihr Team können und werden Ihnen helfen, wenn Sie sich helfen lassen wollen und vor allem, wenn Sie verstehen, dass niemand Sie "reparieren" kann, sondern Sie selbst ganz aktiv mitwirken müssen, damit sich Ihr Zustand bessert. Denken Sie jetzt bitte nicht, dass hier ein Schlaumeier schreibt!!! Ich habe ewig gebraucht, ehe ich verstanden habe, dass die Ärztin keinen Rezeptblock aus der Tasche holen kann, um mir ein "Mittelchen" zu verschreiben, das mich wieder "fit für mein Leben als Workaholic" macht. (Damals wusste ich noch nicht, dass ich einer war. Für mich war mein Arbeitspensum völlig normal!)

In dem Gespräch geht es einfach darum, dass Sie Ihre Beschwerden schildern, ein wenig von sich erzählen und auch sagen, was Sie gern durch die Therapie erreichen wollen. Die Ärztin bespricht mit Ihnen die Therapieangebote, unterbreitet Ihnen Vorschläge, die Sie mit Ihnen abstimmt. Sie haben die Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen, welche Therapien Sie gern besuchen möchten. Stellen Sie sich aber auch darauf ein, dass Sie Therapien verordnet bekommen, mit denen Sie vielleicht erst einmal nichts anfangen können. Vertrauen Sie an dieser Stelle einfach mal darauf, dass die Ärztin viel Erfahrung hat und Ihnen nichts verordnet, was keinen Sinn macht!
(Übrigens können Sie mit der Ärztin auch später noch Änderungen bezüglich der festgelegten Therapien besprechen.)


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